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Geborgenheit durch Kompetenz und Freundlichkeit.

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Mutter-Kind-Station

 

Mutter-Kind-Station

Leitung

Priv. Doz. Dr. med. Ulrich Seidl
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

  • Geriatrie
  • Ärztliches Qualitätsmanagement 

 

 

 

Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik 
102 Betten + 12 Betten Sucht
20 Tagesklinikplätze Schönbach
19 Tagesklinikplätze Rastpfuhl
Institutsambulanz 

Weiterbildungsbefugnis

Leistungsspektrum

Allgemeiner Hintergrund
Die Mutter-Kind-Station wurde im Oktober 2013 auf dem Sonnenberg eröffnet. Sie wurde vom ärztlichen Direktor der SHG-Kliniken, Dipl.-Psych. Dr. med. Hofmann in Kooperation mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie gegründet. Derzeit verfügt sie über drei Plätze und wird bei Fertigstellung einer baulichen Erweiterung auf sechs Plätze erweitert.

Mutterschaft
Die Geburt eines Kindes kann für Mütter mit großen körperlichen und seelischen Belastungen verbunden sein. Mitunter treten psychische Krisen auf, die das Verhältnis zum Neugeborenen beeinträchtigen, in einzelnen Fällen sogar gefährden können. Manchmal ist ein Klinikaufenthalt unumgänglich.

An wen richtet sich das Angebot?
Da sich eine Trennung der Mutter von ihrem Kind für eine längere Zeit in vielen Fällen als kontraproduktiv für die Genesung der Mutter erwiesen hat, bietet sich auf der Mutter-Kind-Station die Möglichkeit, dass die Patientin gemeinsam mit ihrem Kind (bis 24 Monate alt) aufgenommen werden kann. Dieses stationäre Therapieangebot bietet sich für Mütter mit psychischen Erkrankungen, die in Zusammenhang mit der Mutterschaft stehen. Neben der postpartalen Depression und der postpartalen Psychose behandeln wir alle psychischen Störungen, die in der Zeit nach der Geburt vorkommen können, wie beispielsweise Angst- und Zwangsstörungen, bipolare Störungen, posttraumatische Belastungsstörungen oder Persönlichkeitsstörungen.

Indikation zur Aufnahme kann sowohl eine objektivierbare Störung der mütterlichen Kompetenzen und der frühen Mutter-Kind-Interaktion sein, oder auch rein subjektiv erlebte Defizite in der Beziehung zum Kind, wie beispielsweise negative Gedanken oder Schuld- und Insuffizienzgefühle, die die Mutterrolle betreffen.

Standort Sonnenberg
Die Weitläufigkeit der Klinik Sonnenberg, die vorhandenen Einrichtungen der Sporttherapie, die Zusammenarbeit mit den Psychiatrischen Kliniken, die Mitnutzung der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten, sowie der vorhandene Raum ermöglichten die optimale Entwicklung der Behandlungseinheit.
Verkehrstechnisch ist das Gelände mit Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut zu erreichen.

Kooperationen
Kooperationen bestehen mit der Säuglingsambulanz der SHG-Kliniken, mit dem Projekt „Frühe Hilfen“ sowie mit der Selbsthilfegruppe „Postpartale Krisen“ . Außerdem sind wir Mitglied bei Schatten & Licht e.V.

Team Oberärzte

Dr. med. Dipl. Psych. Helmut Sittinger, Leitender Oberarzt

Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie

Rüdiger Schreiner, Oberarzt

Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie

Jan Lauer, Oberarzt

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Therapieangebot(e)

Das Therapiekonzept der Mutter-Kind-Station kombiniert Bausteine unterschiedlicher therapeutischer Richtungen. Hierzu gehören eine verhaltenstherapeutische Müttergruppe, psychotherapeutische Einzeltherapie, Video-Interaktions-Therapie, Pharmakotherapie, eine Mutter-Kind-Spielgruppe, Babymassage, Sporttherapie, Ergotherapie, Unterstützung der Mutter im Alltag und Angehörigenberatung.

Neben den Therapiezeiten gibt es zweimal wöchentlich eine „Auszeit“ für die Mütter, während der die Kinder betreut werden, so dass die Mütter die Zeit selbstbestimmt für sich nutzen können.

Einmal im Monat besteht für die Patientinnen außerdem die Möglichkeit, an einer externen Selbsthilfegruppe teilzunehmen und sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.

Im fortgeschrittenen Stadium der Therapie werden vermehrt Belastungstrainings (BLTs) durchgeführt, bei welchen die Patientinnen sich in ihrem Alltag ausprobieren und die dabei gemachten Erfahrungen in die Therapie einbringen. So wird ein gestufter Übergang von der Klinik zurück in den Alltag gewährleistet.

Psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung der Mutter
In regelmäßigen psychotherapeutischen Einzelgesprächen werden die krankheitsrelevanten Themen der Patientinnen behandelt. Über die störungsspezifische Therapie hinaus liegt der Fokus auf der Verbesserung der Mutter-Kind-Interaktion und -Beziehung.

Eine medikamentöse Behandlung ist bei vielen postpartalen psychischen Erkrankungen ebenfalls indiziert und wird gemeinsam mit der Patientin auf die individuellen Erfordernisse (z.B. stillen oder nachts wach werden müssen) abgestimmt.

Verhaltenstherapeutische Müttergruppe
Die interaktionale kognitiv-behaviorale Gruppentherapie findet zweimal wöchentlich ohne das Beisein der Kinder statt.

In einem halboffenen Setting können die Mütter jederzeit in die Therapie einsteigen, da die Themen der einzelnen Stunden nicht aufeinander aufbauen, sondern sich lediglich durch themenbezogene Übungen überlappen. Es werden die folgenden zehn Themen bearbeitet: Rollenbilder, Neugierde an der Beobachtung des Kindes wecken, die Bedeutung der beschreibenden Sprache, Stressfaktoren, Stressbewältigungsstrategien, kindlichen Signalen ein Echo geben, Beruhigungstechniken, Wahrnehmung positiver Gefühle, Führen und Folgen in der Interaktion und das Erstellen eines Krisenplans.

Durch die Auswahl dieser Themen soll die Auseinandersetzung mit der neuen Rolle als Mutter gefördert werden. Außerdem sollen konkrete Hilfen zur Stressbewältigung und in der Interaktion mit dem Kind vermittelt werden. Psychoedukative Elemente, beispielsweise Informationen zur Entwicklung des Kindes, sollen bei den Müttern Expertise und somit auch Selbstsicherheit ausbauen. Auch der Umgang mit krankheitsauslösenden und ‑aufrechterhaltenden Bedingungen, sowie die Identifikation von Risikofaktoren wird im Sinne einer Rückfallprophylaxe behandelt. Krankheitsmodelle (z.B. Vulnerabilitäts-Stress-Modell) werden vermittelt und an die spezifische Situation einer Frau in der frühen Mutterschaft angepasst. Die Mütter haben während der Gruppensitzungen die Möglichkeit, sich über eigene Erfahrungen auszutauschen und den individuellen Verlauf ihrer Erkrankung zu reflektieren.

Grundlage der entwicklungspsychologischen Themen sind Konzepte der Feinfühligkeit, der intuitiven elterlichen Kompetenzen, der Affekt- und Lautspiegelung, der Affektregulation und des natürlichen Explorationsbedürfnisses des Kindes.

Video-Interaktions-Therapie
In der videomikroanalytischen Therapie werden typische Interaktionen zwischen Mutter und Kind aufgezeichnet (z.B. wickeln, füttern, spielen). Die Analyse der Videosequenzen erfolgt anhand verschiedener für die Mutter-Kind-Interaktion besonders wichtiger Konzepte, wie beispielsweise der Art, wie beide miteinander in Kontakt stehen, in welcher Form Kommunikation/Sprache stattfindet oder in welchem Verhältnis das Führen der Interaktion durch die Eltern und das Folgen der kindlichen Impulse durch die Eltern zueinander stehen.

Bedeutende Momente der Videoaufzeichnung werden in einer zweiten Sitzung gemeinsam mit der Mutter angesehen und analysiert. Dabei werden zunächst die trotz der Erkrankung vorhandenen Ressourcen der Mutter in der Interaktion mit ihrem Kind in den Vordergrund gestellt und zum Aufbau mütterlicher Kompetenzen im emotionalen Austausch mit dem Kind genutzt. In einem zweiten Schritt werden Möglichkeiten erarbeitet, das gesehene positive Verhalten häufiger auftreten zu lassen.

Angehörigenberatung
Die Arbeit mit Vätern und Angehörigen erfolgt in Paar- bzw. Angehörigengesprächen. Darüber hinaus bieten wir einmal im Monat eine Gruppensitzung für Angehörige an, in der vornehmlich psychoedukativ die Inhalte analog zur verhaltenstherapeutischen Müttergruppe mit den Vätern und Angehörigen behandelt werden.

Themen der Angehörigenberatung sind individuell verschieden, beispielsweise kann es um die Vermittlung eines adäquaten Krankheitsmodells oder die emotionale Entlastung der Väter gehen. Auch die Förderung von Ressourcen, die nach der stationären Behandlung eine Entlastung für die Familie darstellen können (z.B. gemeinsame Ausflüge oder regelmäßige Kinderbetreuung durch einen Babysitter) kann Teil dieses Therapiebausteines sein.


Weitere Angebote zur Unterstützung der Mutter-Kind-Beziehung
Das Pflegeteam unterstützt die Mutter, sollte dies nötig sein, bei der alltäglichen Versorgung des Kindes.

Die einmal wöchentlich von einer Hebamme angeleitete Babymassage fördert durch den Körperkontakt die mütterliche Sensitivität und die emotionale Beziehung zum Kind.

Das sporttherapeutische Angebot dient neben der Verbesserung der körperlichen Fitness auch der Verbesserung des Selbstbildes, beispielsweise durch das Aufzeigen oder Wiederentdecken von vorhandenen Ressourcen. Es werden alltägliche (z.B. Waldspaziergang) und neue (z.B. schwimmen) Aktivitäten von Mutter und Kind therapeutisch begleitet. Neben gemeinsamen Aktivitäten mit dem Kind wird einmal pro Woche auch ein Ausgleich für Mütter geschaffen, z.B. bei Entspannungsübungen.  

In einer Mutter-Kind-Spielgruppe werden Mutter und Kind im gemeinsamen Spiel gefördert, z.B. durch angeleitete Singspiele. Auch werden die Mütter darin unterstützt ihre Kinder frei explorieren zu lassen und sich selbst dabei zu entspannen, z.B. durch ein gleichzeitig durchgeführtes Genusstraining.

Die Ergotherapie bietet kreatives Arbeiten, Sozialtraining, Achtsamkeitsübungen oder kognitives Training.

Der Sozialdienst unterstützt Mütter beratend, z.B. bezüglich Unterstützungen im häuslichen Umfeld, der Regelung von Ansprüchen bei Behörden/Ämtern oder bei anderen organisatorischen Belangen.

Positive mütterliche Verhaltensweisen werden bestätigt. Falls notwendig, wird im Sinne eines „Coachings“ auf kindliche Signale aufmerksam gemacht und der Mutter geholfen, diese adäquat zu interpretieren und darauf zu reagieren – z.B. mit Anleitungen zu Beruhigungstechniken.

Unsere Station

Die Mutter-Kind-Einheit der SHG Kliniken Sonnenberg, die im Oktober 2013 eröffnet hat, verfügt derzeit über drei Plätze und wird auf sechs Plätze erweitert werden. Wir arbeiten nach einem erprobten interaktionalen Therapiekonzept für die stationäre Therapie psychisch kranker Mütter. Die Mütter können bei uns gemeinsam mit ihren Kindern im Alter von bis zu 24 Monaten aufgenommen werden.


Unser interdisziplinäres Team besteht aus Ärzten, Psychologen, Pflegekräften, Hebammen, Sport- und Ergotherapeuten sowie Sozialarbeitern.
Die Patientenzimmer sind kindgerecht ausgestattete Einzelzimmer mit eigenem Bad, Kinderbett, Wickelkommode, Babybadewanne, Kinderstuhl und Babyfon. Außerdem stehen den Müttern auf der Station ein freundlich eingerichtetes Spielzimmer und eine Küche zur Verfügung.


Vor der Aufnahme führen wir ein Vorgespräch mit den betroffenen Müttern und ihren Familien. Dies dient dazu, die Indikation zu prüfen, Aufklärung über die Besonderheiten der Station zu leisten, die Aufnahme zu planen oder auch alternative Behandlungsmöglichkeiten auszuloten.

Stationsflyer als Download

Kontakt

Dipl. Psych. Frau Jenny Spinath: 0681/889-2282 
E-Mail: mutter-kind(at)sb.shg-kliniken.de
Telefon Stationszimmer:
0681/889-1507

Adresse

SHG-Kliniken Sonnenberg
Mutter-Kind-Station
Sonnenbergstraße 10
66119 Saarbrücken