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Adoleszente

 

Adoleszente

Leitung

Priv. Doz. Dr. med. Ulrich Seidl
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Professor Dr. med. Eva Möhler

Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik 
und Psychotherapie

Weiterbildungsbefugnis

Abteilung für Adoleszente
15 Betten und 6 tagesklinische Plätze

Leistungsspektrum

Allgemeiner Hintergrund

Die Adoleszentenstation wurde im Jahr 2009 auf dem Sonnenberg eröffnet. Sie wurde vom ärztlichen Direktor der SHG-Kliniken, Dipl.-Psych. Dr. med. Hofmann in Kooperation mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie gegründet.

Adoleszenz

Die Adoleszenz ist die Lebensphase des Übergangs vom Kind oder Jugendlichen zum Erwachsenen. Sie war schon immer gekennzeichnet durch Umbrüche, spezifische Krisen und Probleme. In der Gegenwart führten die komplexen gesellschaftlichen Veränderungen auch zu Veränderungen in der Adoleszenz und in der Reifung junger Erwachsener. Allgemein beobachtet man, dass die Adoleszenz heute früher beginnt als in vergangenen Zeiten, und dass sie länger andauert, über das 21. Lebensjahr hinaus.

Wir sehen immer mehr frühreife Jugendliche, bei denen körperliche und mentale Reife auseinander driften; ebenso beobachten wir eine Zunahme junger Erwachsener, die juvenil handeln.

Zielsetzung und therapeutischer Auftrag – wem hilft die Adoleszentenstation?

Für die psychische Entwicklung eines Menschen ist die Adoleszenz eine entscheidende Lebensphase. Aus klinischer Sicht ist hervorzuheben, dass in diesem Lebensabschnitt zwischen 16 und 23 Jahren viele psychische Störungen erstmals ausbrechen, einmalig auftreten oder sich aus dem Kindesalter fortsetzen. Vor allem die Identitätskrisen der letzten Pubertätsjahre können vielfältige Störungen erzeugen oder aggravieren, wie z.B.:

  • Suchttendenzen
  • Ess-Störungen
  • Selbstverletzungen
  • Soziale Desintegration

Affektive Störungen und psychotische Störungen dieser Lebensphase zeigen eine spezifische Symptomatik, die nicht leicht als depressiv bzw. manisch zu erkennen ist und auch von den Betroffenen und Ihren Angehörigen nicht unbedingt als krankhafte Störung eingeordnet wird.

Viele junge Erwachsene weisen Defizite auf, die das Alltagsleben betreffen. Dies beginnt bei Körperhygiene, Essgewohnheiten und –sitten, Umgangsformen, es betrifft aber auch Schulkenntnisse und Allgemeinbildung. Solche Defizite bestimmen den weiteren Lebensweg und Krankheitsverlauf der betroffenen Patienten mit. Aus diesen Gründen ist eine spezifische Milieutherapie erforderlich.

Junge Menschen geraten viel schneller in Abhängigkeiten als Erwachsene, ihre Missbrauchsmuster sind unterschiedlich (gefährlicher Mischkonsum). Insbesondere psychisch kranke oder labile junge Menschen werden von Alkohol oder Drogen abhängig. Das jugendliche Gehirn wird durch Drogen aller Art weit mehr beeinflusst und gestört als das Hirn Erwachsener.

Jugendliche z.B. mit ADHS Störungen werden in der Adoleszentenstation auch über das 18. Lebensjahr hinaus adäquat behandelt. Damit kann Dissozialität  und Sucht vorgebeugt werden. Zudem zeigen sich in dieser Patientengruppe ausgeprägte Entwicklungsverzögerungen und –defizite. Dass durch das psychische Leiden das Fortkommen bzgl. Schule, Ausbildung und Beruf stark gefährdet ist, wird in der Adoleszentenstation wesentlich stärker berücksichtigt als in der Allgemeinpsychiatrie.

Viele junge Erwachsene profitieren besonders von den kombinierten Behandlungsangeboten der Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Erwachsenenpsychiatrie auf der Adoleszentenstation.

Standort Sonnenberg

Die Weitläufigkeit der Klinik Sonnenberg, die vorhandenen Einrichtungen der Sporttherapie, die Zusammenarbeit mit den Psychiatrischen Kliniken, die Mitnutzung der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten, sowie der vorhandene Raum ermöglichten die optimale Entwicklung der Behandlungseinheit.
Verkehrstechnisch ist das Gelände mit Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut zu erreichen.
Ein weiterer Standortvorteil ist die Nähe zu anderen medizinischen Fachdisziplinen wie der Neurologie und zur Rehabilitation. Die Reha-Einrichtungen der SHG haben  den bundesweit bislang einzigen medizinisch-beruflichen Reha-Bereich für Jugendliche und junge Erwachsene mit psychischen Störungen aufgebaut (ATZ und St. Wendel). Die Zusammenarbeit mit den Reha-Bereichen ist von enormer Bedeutung für die Station für Adoleszente und junge Erwachsene.

Kooperationen

Kooperationen bestehen mit dem Frühbehandlungszentrum für Jugendliche und junge Erwachsene des  Heidelberger Universitätsklinikum.

Therapieangebot(e)

Die Therapieplanung ist multimodal und kombiniert verschiedene Bausteine unterschiedlicher therapeutischer Richtungen. Hierzu zählen selbstverständlich Gesprächstherapie und Gruppenpsychotherapie, indikative Gruppen, kotherapeutische Strukturierung, außerklinische Therapieaufgaben, Erlebnistherapie sowie Angehörigenberatung.

Die systemische Familientherapie ist fester Bestandteil des Therapieprogramms. Die Familien der jungen Patienten sind z. B. eingeladen zu Elternabenden in monatlichen Abständen sowie zu speziellen individuellen Familiensitzungen.

Für die schulpflichtigen Patienten ist Schulunterricht verpflichtend. Es wird Beschulung im Rahmen des stationären Aufenthaltes angeboten durch einen Berufsschullehrer.  

Um die Dynamik innerhalb der Gruppen zu nutzen, werden drei Gruppen in der Station gebildet: Gruppe A ist für ich-schwache Patienten, Gruppe B fördert die Durchsetzungskraft von Patienten mit internalisierenden Störungen, Gruppe C die Impulskontrolle und Affektregulation von eher externalisierenden Patienten

Alle Gruppen dienen auch der Vermittlung von Krankheitswissen, sie fokussieren aber auch die Resilienz.

Der Sporttherapie kommt große Bedeutung zu, sie dient nicht nur der Verbesserung des körperlichen Fitness und des Selbstbildes, sie zielt auch auf Verbesserung der Interaktion. So ist sie geeignet, zusätzliche Ressourcen aufzuzeigen, sowohl im selbstbezogenen Sinne wie auch in der Interaktion.

Die Ergotherapie
bietet Einzel- und Gruppentherapie: Achtsamkeitsübungen, kognitives Training, kreatives Arbeiten und sensorische Integration.. gehören zum Aufgabenbereich der Ergotherapie.
Für einzelne Patienten wird Musik- und Reittherapie angeboten bei spezifischer Indikation. Im Rahmen psychotherapeutischer Arbeit ist Exposition selbstverständlicher Bestandteil.
Dem Sozialdienst kommen neben beratender Tätigkeit auch therapeutische Aufgaben zu, hier steht das Training sozialer Kompetenz an erster Stelle.

Pharmakotherapie kann adjuvant zum Einsatz kommen. In diesen Fällern erfolgen ausführliche Aufklärungsgespräche mit dem Patienten, ggf. auch mit den Sorgeberechtigten.

Die Freizeit-Therapie nimmt den letzten Therapieblock  in Anspruch. Sie dient der Hinführung zu einem eigenständigen sinnvollen und –bringenden Sport- und Freizeitverhalten. Angeboten werden Gruppenaktivitäten im kreativen Bereich: Theater, Nutzung von EDV, Musik, Kochen…
 
Jenseits aller speziellen Therapieangebote gilt es, den betroffenen jungen Menschen auf ihrem schwierigen Weg der Verselbstständigung Hilfestellung zu leisten. Diesem Ziel ordnen sich Kommunikations- und Konflikt-Training unter ebenso wie Entspannungstechniken und Krisenbewältigung.

Unsere Station

SHG-Kliniken Sonnenberg

Adoleszenzstation
Psychotherapeutische Behandlungs- station für Adoleszente und junge Menschen

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Die Spezial-Station für Adoleszente hat  10 vollstationäre (6 Allgemeinpsychiatrie und 4 Kinder- und Jugendpsychiatrie Betten) und 6 teilstationäre Behandlungsplätze (4 für Allgemeinpsychiatrie und 2 für KJPP).

Diagnostisch erfolgt für alle Patienten im Rahmen der stationären Behandlung eine Abklärung des Leistungsstandes, eine Klärung des Förderungsbedarfs und der möglichen Rehabilitation. Im gegebenen geringen zeitlichen Umfang des stationären Aufenthaltes wird ein Lerntraining und eine Vermittlung grundlegender Schulfertigkeiten angestrebt.

Der stationären Aufnahme in die spezielle Behandlungsstation sind Vorgespräche mit den betroffenen jungen Patienten und ihren Familien vorgeschaltet. Im Rahmen der Institutsambulanzen wird wenn möglich die Diagnostik eingeleitet, die Aufklärung über die Besonderheiten der Station geleistet und die Therapiemotivation gefördert. Vor Beginn der stationären Therapie wird ein Behandlungsvertrag mit den jungen Patienten und ihren Eltern unterzeichnet.

Die erste Zielsetzung ist meist der Aufbau einer Krankheitseinsicht und Behandlungsmotivation. Hierfür sind in der Regel 7 – 10 Tage zu veranschlagen mit  anschließender Einleitung einer Behandlung bzw. Krisenintervention.

Die Behandlung diagnostizierter Störungen erfolgt in einem komplexen psychotherapeutischen Programm, dessen Dauer auf mindestens 30 Tage festgelegt wird. In kürzeren Zeiteinheiten kann keine psychotherapeutische Arbeit und keine Nachreifung erzielt werden.

Für die Station gilt es, ein angemessenes therapeutisches Milieu zu schaffen. Dieses Milieu soll den jungen Menschen Akzeptanz und Sicherheit vermitteln, es dient der Nutzung gruppendynamischer Effekte und der altersentsprechenden Strukturierung des Alltags im Krankenhaus.

Der Therapieplan strukturiert den Tagesablauf weit mehr als für die Patienten der erwachsenenpsychiatrischen Klinik. Für die Zeit von 07:00 bis 20:00 Uhr gilt ein strukturierter individueller Therapieplan für jeden Patienten.

 

Kontakt

Telefon: +49 (0) 6 81/8 89-24 73
Fax: +49 (0) 6 81/8 89-24 74
E-Mail: sekr.psychiatrie@sb.shg-kliniken.de
E-Mail: sekr.kjp(at)sb.shg-kliniken.de

Adresse

SHG-Kliniken Sonnenberg
Abteilung für Adoleszente
Sonnenbergstraße 10
66119 Saarbrücken